Sowohl als auch

In ihrem kleinen Buchladen liest Sandra ein Buch, während ihr Blick ab und an zu einem Kunden schweift, der in aller Gemütsruhe in einem Buch stöbert. Sie weiß genau welches er in der Hand hat, weil sie den Standort jedes einzelnen Buches kennt. Sie fragt den Kunden, wie ihm „Die dunkle Seite des Mondes“ gefalle. Der Kunde ist überrascht und entschuldigt sich. Sandra blickt auf die Uhr und sagt, dass sie in einer halben Stunde schließe, heute etwas früher. Bis dahin… Aber der Kunde lässt sie gar nicht ausreden und stellt das Buch wieder zurück ins Regal. Sandra verabschiedet den Kunden und greift zum Telefon.

Andreas Handy meldet sich, als er gerade unter dem Wagen liegt. Marc geht ran und sagt, dass Andreas zurzeit verhindert sei. Aber Sandra lässt sich nicht abwimmeln und Andreas nimmt den Anruf an. Sandra erinnert Andreas an den Wohnungsbesichtigungstermin am Abend. Er entschuldigt sich, er werde sich wegen einer wichtigen Reparatur etwas verspäten. Sandra ist entnervt, das sei bereits das zweite Mal, dass sie eine Wohnung alleine besichtigen müsse. Andreas kann den Fehler in Haralds Wagen beheben und Harald lädt ihn daraufhin zu einem Umtrunk ein. Andreas sagt zu. Sein Handy klingelt wieder. Andreas behauptet, dass die Reparatur leider länger dauern werde und lässt eine enttäuschte Sandra zurück.

Andreas und Harald sprechen bei einem Bier über ihre gemeinsame Studienzeit.

Es bleibt Sandra nichts anderes übrig, als alleine zum Termin zu  fahren. Sie rast mit ihrem alten, klapprigen Golf durch die Stadt zum Besichtigungstermin. In der Wohnung gibt es viele Interessenten. Der Makler nimmt sie zur Seite und bietet ihr den Zuschlag an, wenn sie sich gleich entscheiden würde. Noch einmal ruft sie Andreas an, der mit Harald in einer Kneipe sitzt. Sie beschreibt ihm die Wohnung bis in alle Einzelheiten und fragt, ob sie zusagen könne. Andreas antwortet, dass er die Wohnung natürlich vorher sehen müsse. Ein anderes Paar erhält den Zuschlag.

Sandra fährt ins Seniorenheim, begrüßt die Eltern in deren Wohnung, die neben dem Heim liegt. Die Mutter fragt, ob sie Erfolg gehabt hätte. Das Zimmer würde schließlich gebraucht.  Andreas habe leider einen wichtigen Termin gehabt und deswegen habe es diesmal nicht geklappt.  Sandra klopft an die Zimmertür ihrer Schwester Eve, die über einem Stapel Bücher gebeugt, für ihr Examen lernt. Eve fragt Sandra, ob sie wieder ihre Frühschicht im Heim übernehmen könne, weil sie auch morgen noch lernen müsse. Natürlich wird Eve in der Zeit schlafen und erst später lernen. Aber Sandra ist ja nicht kleinlich.
Als Sandra zu ihrem Zimmer geht, bemerkt sie auf der Terrasse den Senior Neumann, der eine Zigarette raucht. Sie fragt, wie es ihm gehe. Er habe zu viel Zeit antwortet er. Ob sie ihn nicht auf eine frühmorgendliche Vogelpirsch begleiten wolle. Vielleicht irgendwann mal.

Erschöpft begibt sich Sandra zu Bett und greift zu einem Buch, als ihr Handy klingelt. Es ist Andreas, der vor dem Haus steht und um Einlass bittet. Sie holt ihn am Eingang ab und führt ihn in ihr Zimmer. Er erklärt, dass der Kunde ein Studienkollege gewesen sei und er ihm den Wunsch nicht habe abschlagen können. Wie denn die Wohnung gewesen sei, will er wissen. Zerknirscht weist Sandra daraufhin, dass sie die Wohnung hätten haben können. Andreas beteuert, beim nächsten Mal dabei sein zu wollen. Er bittet so süß um Verzeihung, dass sie ihm nicht wirklich böse sein kann. Sie will wissen, warum er denn jetzt eigentlich da sei. Sie habe das Gefühl, dass er gar nicht mit ihr zusammenziehen wolle oder sich nicht entscheiden könne. Er flirtet sie an und sagt, dass er nicht alleine schlafen wolle. Er raspelt weiter Süßholz, macht Witze und Komplimente. Schließlich lässt sie auch körperlichen Kontakt zu, sagt aber, er müsse gleich wieder gehen, weil sie am nächsten Morgen eine Frühschicht übernommen habe. Sie haben intensiven Sex. Im Gegensatz zu ihrer Absicht, schlafen beide danach ein.

Am nächsten Morgen hält es Sandra für keine gute Idee, dass er am Frühstück im Gemeinschaftsraum teilnimmt. Während sie im Speiseraum ein Frühstück für ihn zusammenstellt, klopft es an der Zimmertür und Andreas öffnet, weil er mit Sandra rechnet. Aber dann sitzt da Frau Salzmüller in ihrem Rollstuhl vor der Tür und hält ihn für einen neuen Heiminsassen. Sein Handy klingelt. Er entschuldigt sich und geht ran.  Es ist sein Vater, der ihn um ein Gespräch bittet. Man merkt, dass Andreas sehr reserviert reagiert. Aber schließlich sagt er einem Treffen zu.

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