aerztin

Die Ärztin

Kolin/Böhmen, 18. Juni 1757

König Friedrich II. versucht vergeblich seine erschöpften und verletzten Soldaten zum Weiterkämpfen zu bewegen. General von Sassnitz macht ihm klar, dass die Schlacht gegen die Österreicher verloren ist.

Marktplatz Quedlinburg, Oktober 1757

Eine französische Einheit nähert sich dem Markplatz. Zwei Händler unterhalten sich. Während der eine befürchtet, dass die französische Besetzung länger anhalten wird und sie demnächst Französisch lernen müssten, vertraut der andere darauf, dass „Fritze“ (König Friedrich II.) das Ruder wieder rumreißen wird. Die Franzosen beschlagnahmen das Pferdefuhrwerk eines Händlers.

Behandlungszimmer Dr. Erxleben, Oktober 1757

Die 42 jährige Ärztin Dorothea Erxleben (geb. Leporin) behandelt eine Frau, die vor einigen Wochen von Freischärlern vergewaltigt wurde. Der französische Offizier Leblanc platzt in die Behandlung und zwingt die Ärztin, ihn zu begleiten.

Scheune Stadtrand Quedlinburg, Oktober 1757

Auf dem beschlagnahmten Pferdefuhrwerk liegen verletzte französische Soldaten, die Frau Erxleben behandeln soll. Es kommt zu einem Streit mit Leblanc, da dieser darauf besteht, zuerst einen weniger schwer verletzten Offizier zu versorgen. Erxleben kann sich jedoch durchsetzen und kümmert sich zunächst um einen einfachen Soldaten, der mit dem Tode ringt. Sie erfährt, dass die Soldaten einem Spähtrupp angehörten, der versucht hatte, die preußischen Stellungen zu erkunden.

Feldlager der Preussen bei Leitmeritz, Oktober 1757

König Friedrich II. im Gespräch mit General von Sassnitz: „Ich hätte darauf vorbereitet sein müssen: Das Glück ist eine Frau und ich bin kein Liebhaber. Der Erfolg erzeugt oft ein gefährliches Selbstvertrauen; das nächste Mal will ich es besser machen.“

General von Sassnitz weist König Friedrich daraufhin, dass die preußische Armee noch nicht wieder gefechtsbereit ist. Der König will jedoch höchstens eine Woche mit dem erneuten Feldzug warten, da er so früh wie möglich die Franzosen attackieren möchte. Von Sassnitz bietet sich für die verbleibende Zeit als Kundschafter an, da er die Gegend um Quedlinburg sehr gut kennt.

Bei Quedlinburg, Oktober 1757

Gefechtsübungen französischer Soldaten im strömenden Regen auf den Höhen des Sallerslebener Holzes. Der Querschläger einer Kanone verletzt und tötet viele Soldaten. Aus der Ferne beobachten von Sassnitz und sein Begleiter das Geschehen. Die Kundschafter reiten durch einen Wald zurück, dort stoßen sie überraschend auf eine fünf Mann starke französische Patrouille. Sie ziehen ihre geladenen Pistolen, erschießen zwei Franzosen und können sich ins Dickicht zurückziehen, bevor zurückgeschossen wird. Die Franzosen setzen nach, werden aber einer nach dem anderen im Handgemenge überwältigt. Von Sassnitz schlägt vor, sich zu trennen, um die Chance des Durchkommens zu erhöhen. Als sein Kamerad außer Sichtweite ist, kehrt von Sassnitz jedoch um und zieht einem der Franzosen die Uniform aus, die er gegen seine Kleidung tauscht. Er reitet weiter nach Quedlinburg. In der Stadt patrouillieren überall französische Soldaten, die salutieren, sobald sie ihn sehen. Von Sassnitz beobachtet einen langen Zug von Verletzten, die auf Wagen und Pferden transportiert werden oder zu Fuß gehen. Sie weisen ihm den Weg zu seinem Ziel.

Lazarett, Oktober 1757

Unbemerkt gelangt von Sassnitz in die Scheune, die als Lazarett dient.
Frau Dr. Erxleben will einen der Verletzten operieren und wendet sich hilfesuchend nach einem Assistenten um. Doktor Grasshoff eilt hinzu. Erxleben ist verwundert, dass ausgerechnet er ihr assistieren will. Von Sassnitz beobachtet das Geschehen aus der Ferne. Nach der schwierigen Operation gratuliert Doktor Grasshoff ihr sogar. Doch verlieren beide keine Zeit und kümmern sich wieder um den nächsten Verletzen. Von Sassnitz macht einen Ansatz, sich zu nähern, entschließt sich aber, weiter zu warten. Der Verletzte, den Erxleben jetzt vor sich hat, verlangt nach dem Doktor. Sie antwortet, sie selbst sei Doktor. Der Mann glaubt ihr nicht. Von Sassnitz tritt hinzu und sagt, sie sei einer der besten Doktoren, die es gäbe. Sie blickt erstaunt auf und lacht, als sie ihn erkennt.

Sie erinnert sich an den Tag als sie von Sassnitz kennenlernte:

ZEITWECHSEL

Marktplatz Quedlinburg, 1730

Auf dem Marktplatz tummeln sich Händler, Gaukler und buntes Volk. Die fünfzehnjährige Dörte (spätere Erxleben) bummelt gemeinsam mit ihrer Freundin Maxi über den Marktplatz.

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